Gebetszeiten Österreich
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Gebetszeiten in Österreich — offiziell anerkannt und alpin geprägt
Österreich nimmt in Europa eine Sonderstellung ein: Der Islam ist hier seit 1912 als Religionsgemeinschaft staatlich anerkannt, und die IGGÖ (Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich) vertritt die rund 800.000 Muslime des Landes offiziell. Die Gebetszeiten werden überwiegend nach der Diyanet-Methode berechnet, was den Gepflogenheiten der größten muslimischen Gruppe — der türkischstämmigen Gemeinde — entspricht. NamazWorld verwendet diese Methode als Standard, bietet aber auch Alternativen wie MWL und ISNA an.
Die alpine Topografie Österreichs beeinflusst die Gebetszeiten auf ungewöhnliche Weise. In Tälern kann die Sonne durch die umliegenden Berge sichtbar später auf- und früher untergehen als auf freiem Feld, was sich besonders auf Fajr und Maghrib auswirkt. Zwischen Wien im Osten und Bregenz im Westen liegen zudem rund 25 Minuten Zeitunterschied beim Sonnenuntergang. Die astronomischen Berechnungen von NamazWorld basieren auf den geografischen Koordinaten und nicht auf der sichtbaren Horizontlinie, entsprechen also den Standardberechnungen der Religionsbehörden.
Mit rund 400 Moscheen und islamischen Gebetsräumen bietet Österreich eine gut ausgebaute Infrastruktur für seine muslimische Gemeinde. Die größten Konzentrationen finden sich naturgemäß in Wien, wo etwa die Hälfte der österreichischen Muslime lebt, sowie in Graz und Linz. Während des Ramadan sind die Fastentage in Österreich ähnlich lang wie in Süddeutschland — im Juni bis zu 17 Stunden.