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Ramazan

Sevval ayinda alti gun oruc: Rehber ve sevabi

Fatima Demir – Autorin bei NamazWorldyazan Fatima Demir·8 Nisan 2026·6 dk. okuma suresi

Nach dem Ramadan kommt die vielleicht lohnendste freiwillige Ibada des Jahres: das Fasten von sechs Tagen im Monat Shawwal. Kaum eine andere Sunnah verspricht so viel Belohnung fur so wenig Aufwand, und doch lassen viele sie aus, weil sie unsicher sind, wie und wann sie die Tage richtig fasten.

Der Lohn von sechs Tagen

Abu Ayyub al-Ansari uberliefert, dass der Prophet Muhammad (Friede sei auf ihm) sagte: "Wer den Ramadan fastet und dann sechs Tage im Shawwal folgen lasst, es ist, als hatte er das ganze Jahr gefastet." (Sahih Muslim, 1164)

Die Rechnung dahinter ist einfach: Allah vervielfacht jede gute Tat mindestens zehnfach (Sure 6:160). Dreißig Tage Ramadan mal zehn ergeben 300 Tage. Sechs Tage Shawwal mal zehn ergeben 60 Tage. Zusammen: 360 Tage, nahezu ein ganzes Jahr im Fasten. Wer diese Sunnah jahrlich durchhalt, erwirbt sich den Lohn eines lebenslangen Fastens.

Wann die sechs Tage gefastet werden

Die Tage konnen an jedem Tag im Monat Shawwal verrichtet werden, nur nicht am ersten Tag, dem Eid al-Fitr. An diesem Tag ist Fasten ausdrucklich verboten, es ist ein Tag der Freude.

Ob du die sechs Tage am Stuck fastest oder verteilt uber den Monat, ist dir uberlassen. Beide Varianten sind gultig, und die meisten Gelehrten sehen keinen Vorrang. Viele nutzen die Montage und Donnerstage, da der Prophet diese ohnehin regelmaßig fastete (Tirmidhi, 745). Wer flexibler bleiben will, fastet einfach dann, wenn es in den Alltag passt.

Erst Qada oder erst Shawwal?

Eine haufige Frage: Was ist mit den versaumten Ramadan-Tagen (Qada), etwa wegen Krankheit, Reise oder Menstruation? Zuerst die Pflicht nachholen oder zuerst die sechs freiwilligen Tage?

Die Shafi'i- und Hanbali-Schulen sagen klar: erst Qada, dann Shawwal. Der Lohn "wie ein ganzes Jahr" greift nach ihrem Verstandnis nur, wenn der Ramadan vollstandig ist. Die Hanafi-Schule ist flexibler und erlaubt, die sechs Tage auch vor dem Nachholen zu fasten. Praktisch: Wer nur wenige Qada-Tage hat, kann beides in Shawwal unterbringen. Bei mehr Tagen lohnt sich die Planung, Qada muss vor dem nachsten Ramadan nachgeholt werden.

Wer darf die Tage auslassen?

Shawwal-Fasten ist freiwillig, niemand sundigt, der es ausfallen lasst. Dieselben Ausnahmen wie im Ramadan gelten: Schwangere, stillende Frauen, Kranke und Reisende sind nicht verpflichtet und mussen auch nichts ersetzen. Wer aus gesundheitlichen Grunden nicht fasten kann, verliert keinen Lohn, Allah belohnt die aufrichtige Absicht, nicht nur die Handlung (Bukhari, 1).

Praktische Tipps fur den Alltag

Damit die sechs Tage nicht zum Last-Minute-Projekt am 29. Shawwal werden, hilft ein klarer Plan. Trage die geplanten Tage im Kalender ein, am besten gleich in den ersten beiden Wochen nach Eid, solange der Fasten-Rhythmus noch frisch ist. Familien mit Kindern koennen die Fastentage mit den Schulferien abstimmen, an freien Tagen faellt das gemeinsame Sahur und Iftar deutlich leichter. Sahur nicht vergessen, auch bei freiwilligem Fasten: der Prophet sagte, "Esst Sahur, denn im Sahur liegt Segen" (Sahih Bukhari, 1923).

Behalte die exakten Fajr- und Maghrib-Zeiten fur deine Stadt im Blick, gerade im April verschieben sich die Zeiten taglich um einige Minuten. Nutze die freiwilligen Fastentage außerdem, um die spirituelle Praxis aus dem Ramadan weiterzufuhren, etwa mit Dhikr nach den Pflichtgebeten oder einer bewussten Dua am Morgen.

Was du wirklich gewinnst

Die sechs Tage Shawwal sind mehr als eine Rechnung mit Belohnungen. Sie sind ein sanfter Ubergang vom intensiven Ramadan zuruck in den Alltag, ohne dass die spirituelle Routine abrupt abreißt. Wer direkt nach Eid weiterfastet, halt die Verbindung zu Allah am Leben, behalt die Disziplin und verhindert, dass die Lehren des Ramadan innerhalb weniger Tage verblassen. Das ist der eigentliche Gewinn: nicht nur "wie ein Jahr gefastet", sondern ein Jahr lang bewusster gelebt.

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