Diyabet ve Ramazan: Şeker Hastası Olarak Güvenle Oruç
Was der Quran über Krankheit und Fasten sagt
Sure 2:184 benennt ausdrücklich, wer vom Fasten befreit ist: "Wer von euch krank oder auf Reise ist, soll die gleiche Anzahl von Tagen zu einer anderen Zeit nachholen." Der arabische Begriff "marid" umfasst jede Erkrankung, die durch das Fasten ernsthaft verschlimmert wird. Ibn Qudama schreibt in al-Mughni: Das Fasten wird haram, sobald ein Arzt begründeten Schaden feststellt. Kein Freifahrtschein also, aber auch kein leerer Trost. Die Ruhsa, die islamische Erleichterung für Notlagen, ist Gnade, keine Niederlage.
Typ-1 und Typ-2: Unterschiedliche Ausgangslage
Typ-1-Diabetes bedeutet: kein körpereigenes Insulin. Tägliche Spritzen oder Pumpe, keine Wahl. Das Fasten verändert den Blutzucker tiefgreifend, und Hypoglykämie oder diabetische Ketoazidose können innerhalb von Stunden gefährlich werden. Für die meisten Typ-1-Diabetiker raten Endokrinologen und islamische Gelehrte gleichermaßen vom Fasten ab.
Typ-2 ist anders. Wer nur mit Ernährungsanpassung oder Metformin eingestellt ist, trägt ein deutlich geringeres Risiko. Manche Typ-2-Patienten fasten den Ramadan ohne Probleme, wenn sie den Blutzucker engmaschig messen und Sahur und Iftar klug planen. Wer jedoch Sulfonylharnstoffe oder Insulin nimmt, muss vor Ramadan zwingend ärztlichen Rat einholen.
Kennst du das Gefühl, einfach fasten zu wollen, ohne groß darüber nachzudenken? Bei Diabetes ist das nicht möglich. Weder Wunsch noch Bauchgefühl reichen als Entscheidungsgrundlage.
Drei Fiqh-Szenarien für Diabetiker
Klassische Fiqh-Einteilung unterscheidet für Kranke drei Situationen.
Wer fasten kann, ohne ernsthaften Schaden zu riskieren, fastet. Das gilt für viele gut eingestellte Typ-2-Patienten ohne insulinpflichtige Medikamente.
Wer vorübergehend nicht fasten kann, holt die Tage nach. Fristen und genaue Regeln dazu erklärt Versäumte Fastentage nachholen.
Wer dauerhaft nicht fasten kann, zahlt Fidyah: für jeden versäumten Tag wird eine bedürftige Person gespeist. Dieses Szenario trifft besonders Typ-1-Diabetiker und schwer erkrankte Typ-2-Patienten ohne Aussicht auf Besserung.
Vor dem Ramadan: Was zu klären ist
Zwei Monate vor Ramadanbeginn zum Arzt, nicht erst am ersten Fastentag, wenn der Blutzucker schon aus dem Ruder läuft. Zu klären sind: Welche Medikamente müssen angepasst werden? Ab welchen Blutzuckerwerten muss das Fasten sofort abgebrochen werden? Wie oft soll gemessen werden?
Blutzucker messen bricht den Fast nicht. Zeitgenössische Fiqh-Gremien, darunter der Europäische Rat für Fatwa und Forschung, haben das bestätigt. Gleiches gilt für das Spritzen von Insulin, solange keine kalorischen Substanzen zugeführt werden.
Sahur: spät essen, komplex essen. Vollkornbrot, Hülsenfrüchte, Eiweiß halten den Blutzucker stabiler als Weißbrot mit Marmelade. Iftar: erst Wasser und eine Dattel, dann Pause, dann die eigentliche Mahlzeit. Den Körper nach langem Fasten mit einem großen Essen zu überfluten, treibt den Blutzucker bei Diabetikern besonders stark hoch. Weitere praktische Hinweise zu langen Fastenstunden enthält Fasten im Sommer.
Fidyah: Betrag und Zahlung
Fidyah ist pro versäumtem Fastentag eine vollständige Mahlzeit für eine bedürftige Person. In Deutschland orientieren sich islamische Hilfsorganisationen meist an 5 bis 8 Euro pro Tag. Bei 30 Fastentagen sind das 150 bis 240 Euro, je nach Organisation. Viele Moscheen nehmen die Fidyah entgegen und leiten sie weiter. DITIB, ZMD und vergleichbare Verbände haben dafür feste Anlaufstellen.
Wer dauerhaft nicht fasten kann, zahlt die Fidyah jährlich, einmalig für den gesamten Ramadan. Die Niyyah, trotz Krankheit mit dem Ramadan verbunden zu bleiben, hat ihren eigenen Wert.
Diabetes macht den Ramadan schwieriger. Es macht ihn nicht bedeutungslos. Die Schwierigkeit liegt nicht im Glauben, sondern in der Planung. Und die beginnt früh, mit ehrlichen Gesprächen: mit dem Arzt, mit einem Imam, und mit sich selbst.