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The Sahaba: Who Were the Companions of the Prophet?

Mustafa Erdoğan – Autor bei NamazWorldby Mustafa Erdoğan·May 6, 2026·4 min read

Wer gilt als Sahabi?

Eine klare Definition gibt Ibn Hajar al-Asqalani in "Al-Isaba fi Tamyiz as-Sahaba": Sahabi ist, wer den Propheten Muhammad (Friede sei auf ihm) als Glaeubiger traf und als Glaeubiger starb. Klingt einfach. Deckt aber eine riesige Vielfalt ab. Ibn Hajar listet ueber 12.000 Namen. Maenner und Frauen, Araber und Nicht-Araber, Freie und ehemalige Sklaven. Bilal ibn Rabah aus Aethiopien gehoerte genauso dazu wie Abu Bakr as-Siddiq, der spaetere erste Kalif.

Der Prophet sagte: "Die besten Menschen sind die meiner Generation, dann jene, die danach kommen, dann jene, die danach kommen" (Sahih Bukhari, Nr. 2652). Diese Zeitnaehe zum Propheten begruendet den besonderen Status der Sahaba bis heute.

Abstufungen unter den Gefaehrten

Nicht alle Sahaba stehen auf demselben Rang. Die zehn, denen das Paradies noch zu Lebzeiten versprochen wurde (al-Ashra al-Mubashshara), stehen traditionell ganz oben: Abu Bakr, Umar, Uthman, Ali sowie Talha, Zubayr, Abdurrahman ibn Awf, Said ibn Abi Waqqas, Abu Ubayda ibn al-Jarrah und Saad ibn Zayd.

Solche Rangordnungen sind kein blosses Ehrensystem. Sie haben praktische Bedeutung in der Hadith-Wissenschaft. Ein Hadith von Abu Hureyra, der vier Jahre lang eng beim Propheten lebte, gilt als zuverlaessiger als einer von jemandem, der ihn nur einmal traf. Wer viel bezeugte, ueberlieferte zuverlaessiger. Die Abstufungen sind ein Qualitaetsmerkmal fuer die Ueberlieferungskette, nicht nur Hierarchie.

Warum ihr Zeugnis verbindlich ist

Sure 9:100 nennt die Muhajirin und Ansar sowie alle, die ihnen aufrichtig folgen, und beschreibt Allah als mit ihnen zufrieden. Das ist der koranische Grund, warum sunnitische Gelehrte das Zeugnis der Sahaba als normativ betrachten.

Ohne die Sahaba haette die Sunna keine Uebertragungskette. Jeder Hadith laeuft durch mindestens einen Sahabi. Wie der Prophet betete, fastete, Zakah verteilte, urteilte, vergab: alles davon wurde von ihnen beobachtet, erinnert und weitergegeben. Der Prophet warnte ausdruecklich: "Verachtet nicht meine Gefaehrten. Bei Ihm, in Dessen Hand meine Seele liegt: Wenn einer von euch einen Betrag in Gold ausgeben wuerde, der dem Berg Uhud gleicht, wuerde er nicht das Ausmass einer Handvoll von ihnen erreichen, und nicht einmal die Haelfte" (Sahih Bukhari, Nr. 3673).

Sahaba im Alltag entdecken

Viele Moscheen in Deutschland tragen Namen von Sahaba: Bilal-Moschee, Omar-Moschee, Othman-Moschee. Trotzdem wissen erstaunlich wenige, wer diese Menschen konkret waren. Bilal ibn Rabah wurde als Sklave gefoltert, rief aber immer wieder nur "Ahad, Ahad" (Einer, Einer) und wich nicht zurueck. Abu Hureyra kam erst spaet zum Islam, lebte dann aber vier Jahre so eng beim Propheten, dass er mehr Hadithe ueberlieferte als fast jeder andere. Die Ansar in Medina bestanden aus zwei Staemmen, al-Aws und al-Khazraj, die sich jahrzehntelang befehdeten und erst durch den Islam miteinander versoehnt wurden.

Diese Geschichten sind kein akademischer Ballast. Sie geben dem Gebet einen Kontext, der ueber Pflichterfuellung hinausgeht. Fuer mehr Hintergrund zur fruehen islamischen Geschichte lohnt sich der Beitrag ueber die Kaaba: Geschichte und Bedeutung.

Was bleibt

Keine Idealisierung: Die Sahaba hatten Fehler und fuehrten nach dem Tod des Propheten auch harte Konflikte untereinander. Die erste Fitna, der Buergerkrieg nach der Ermordung Uthmans, macht das deutlich.

Was dennoch bleibt: eine Generation, die den Islam nicht aus Buechern kannte, sondern vom Propheten direkt lernte. Die beteten, indem sie zuschauten. Die Quran-Verse hoerten, als die Offenbarung noch frisch war. Wer regelmaessig ihre Lebensgeschichten liest, findet im taeglichen Gebet andere Tiefe. Als ruhige Begleitung dazu eignet sich das Tasbih-Tool auf NamazWorld.

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