The Kaaba: History and Significance of the House of Allah
Die Kaaba ist das erste Haus, das fuer die Menschheit zum Gebet errichtet wurde, Sure 3:96 ist eindeutig: "Das erste Haus, das den Menschen errichtet wurde, ist jenes in Bakka, ein Segen und eine Rechtleitung fuer die Welten." Acht Sommer habe ich in Medina verbracht und Quellen verglichen. Was ich dabei gelernt habe: Die Geschichte dieses Hauses ist aelter, vielschichtiger und weniger romantisiert, als viele annehmen.
Das Fundament vor Ibrahim
Ueberlieferungen, denen zufolge Engel oder Adam selbst an diesem Ort gebetet haben, existieren, die meisten davon sind schwach oder nicht prophetisch belegt. Was der Quran klar festlegt: Allah befahl Ibrahim, an diesem Ort ein Haus zu bauen (Sure 22:26). Die Formulierung setzt voraus, dass Mekka, im Quran auch Bakka genannt, kein zufaellig gewaehlter Punkt war, sondern ein Ort von bestehender Bedeutung.
Archaeologisch laesst sich die fruehe Geschichte des Hejaz kaum greifen. Was historisch greifbar ist, beginnt mit Ibrahim und Ismail.
Ibrahim und Ismail legen die Grundlagen
Sure 2:127 beschreibt den Bau praezise: "Und als Ibrahim und Ismail die Grundlagen des Hauses legten, Unser Herr, nimm es von uns an." Keine Neuerrichtung aus dem Nichts, sondern eine Neugruendung auf bedeutungsgeladenem Boden.
Wichtig fuer das Verstaendnis: Die urspruengliche Kaaba war rechteckig, nicht quadratisch. Der Hijr Ismail, der halbkreisfoermige Bereich neben der heutigen Kaaba, gehoerte zum urspruenglichen Grundriss des Hauses. Wer dort betet, betet damit de facto innerhalb der urspruenglichen Mauern Ibrahims. Das ist keine Legende, das ist klassische islamische Ueberlieferung, auf die Gelehrte aller vier Rechtsschulen zurueckgreifen.
Die Quraisch und das strittige Fundament
Kurz vor der Geburt des Propheten (Friede sei auf ihm) beschaedigte eine Flut die Kaaba. Die Quraisch bauten sie neu, liessen den Hijr Ismail aber aus Kostengruenden weg und verkleinerten das Fundament. Beim Einsetzen des Schwarzen Steins (Hijr al-Aswad) drohte ein Stammesstreit. Der junge Muhammad loeste ihn elegant: Er legte den Stein auf einen Mantel und liess alle Stammesvertreter gemeinsam die Ecken tragen.
Spaeter, als Prophet, sagte er Aisha gegenueber, er haette die Kaaba lieber auf das Fundament Ibrahims zurueckgebaut (Sahih Muslim, Nr. 1333). Er unterliess es bewusst: Das Volk war noch frisch aus dem Polytheismus herausgetreten, ein Umbau haette zu Misstrauen gefuehrt. Manche Gelehrten sehen darin eine Grundlage des Prinzips Maslahat al-Amma, Gemeinwohl vor idealer Loesung.
Nach der Hidschra und heute
Im Jahr 8 n. H., nach der Eroberung Mekkas, trat der Prophet in die Kaaba und liess alle Idole entfernen. Bilal Ibn Rabah (r.a.) stieg auf das Dach und rief den Adhan. Was einst ein Zentrum des Polytheismus war, kehrte zu seiner urspruenglichen Funktion zurueck.
Heute bedeckt die Kiswa, ein schwarzes Tuch mit gestickten Koranversen in 14 Kilogramm Gold, die Kaaba gaenzlich. Sie wird jaehrlich erneuert. Millionen Pilger umkreisen sie beim Tawaf sieben Runden gegen den Uhrzeigersinn. Dabei wenden sie sich nicht der Kaaba als Objekt der Anbetung zu, das Missverstaendnis ist alt. Muslime beten in Richtung der Kaaba, weil Allah diesen Punkt als Qibla bestimmt hat: einen einzigen Einheitspunkt fuer die gesamte Ummah, von Koeln bis Kuala Lumpur.
Den genauen Winkel zur Kaaba fuer deinen Standort berechnet der Qibla-Kompass auf NamazWorld auf die Gradzahl genau. Wer verstehen will, warum die Richtungsberechnung nach Mekka keine einfache Weltkartenaufgabe ist, findet die Erklaerung in unserem Artikel zur Wissenschaft hinter der Qibla-Richtung.