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Spiritualitat

Salawat auf den Propheten: Bedeutung und Praxis

Layla Bouazizi – Autorin bei NamazWorldvon Layla Bouazizi·2. August 2026·4 Min. Lesezeit

Drei Sekunden. So lange dauert das Sprechen von "Allahumma salli ala Muhammad." Wer es jeden Morgen macht, jeden Abend, nach dem Adhan, beim Hören seines Namens: der merkt nach einigen Wochen etwas. Nicht etwas Dramatisches. Eher ein Gefühl von Verbundenheit, das schwer zu benennen, aber real ist.

Was der Quran über Salawat sagt

Sure 33:56 ist einer der klarsten Verse im Quran, was die Ehre des Propheten betrifft: "Wahrlich, Allah und Seine Engel senden Segnungen auf den Propheten. O ihr, die ihr glaubt, sendet Segnungen auf ihn und grüßt ihn mit aufrichtigem Gruß."

Das ist kein frommes Empfehlungsschreiben. Allah selbst und die Engel tun es. Die Frage ist nicht, ob es sich lohnt, sondern wie wir Hinterherhinken.

Der Befehl ist im Quran mit "sallu" ausgedrückt, dem Imperativ von "salla". Derselbe Wortstamm, der das Gebet beschreibt, das uns fünfmal täglich aufgefordert wird zu verrichten. Theologisch ist das kein Zufall.

Die zehnfache Belohnung

Sahih Muslim, Nr. 408, überliefert durch Abdullah ibn Amr: Der Prophet sagte: "Wer einmal Salawat auf mich spricht, dem sendet Allah dafür zehn Segnungen, tilgt ihm zehn Sünden und erhöht ihn um zehn Grade."

Zehnfach. Für drei Sekunden Aufmerksamkeit.

Kein anderer Dhikr hat diese Aussage in dieser Kompaktheit. Wer das ernst nimmt, fragt sich, warum Salawat nicht zur Reflexbewegung geworden ist, wie Atmen oder Blinken.

Die Hadithe empfehlen Salawat besonders: nach dem Adhan, in der Dua (als Eröffnung und Abschluss), beim Betreten der Moschee, am Freitagabend und Freitagmorgen. Abu Dawud (Nr. 1047) überliefert, dass der Prophet sagte: "Den besten Tag sollt ihr mir Salawat senden, denn am Freitag wird euer Salawat mir präsentiert."

Welche Form man spricht

Die bekannteste Form ist die Salawat Ibrahimiyya, die im Tashahhud gesprochen wird:

"Allahumma salli ala Muhammadin wa ala ali Muhammad, kama sallayta ala Ibrahim wa ala ali Ibrahim. Innaka Hamidun Majid. Allahumma barik ala Muhammadin wa ala ali Muhammad, kama barakta ala Ibrahim wa ala ali Ibrahim. Innaka Hamidun Majid."

Diese Form verbindet den Propheten Muhammad mit dem Propheten Ibrahim, dem Vater der Propheten. Sie ist authentisch belegt in Sahih Bukhari, Nr. 3370, und Sahih Muslim, Nr. 406.

Wer den genauen Ablauf im Gebet nachschlagen möchte, findet die vollständige Erklärung des Tashahhud im Artikel Tashahhud und Salawat: Bedeutung und Aussprache.

Kürzer und ebenfalls sahih: "Sallallahu alayhi wa sallam." Das ist die Form, die beim Hören oder Lesen des Prophetennamens gesprochen wird.

Salawat als spirituelle Brücke

Wer den Propheten liebt und diese Liebe nicht in Praxis umsetzen kann, hat mit Salawat einen direkten Einstieg.

Das ist keine Sentimentalität. Es ist Theologie. Imam al-Qurtubi schreibt in seinem Tafsir, dass durch das Sprechen von Salawat eine Verbindung zwischen dem Gläubigen und dem Propheten entsteht, die über Zeit und Ort hinausgeht. Der Prophet selbst sagte, er bekommt den Salawat präsentiert. Das ist kein Bild. Es ist Aussage.

Für Frauen, die in schwierigen Phasen nach einfachen, stabilen Praktiken suchen, ist Salawat besonders zugänglich. Man braucht keine besondere Reinheit, kein Gebetstuch, keinen freien Raum. Man spricht es beim Kochen, beim Spazieren, beim Aufwachen. Wer gleichzeitig mit Tasbih zählen möchte, kann den Tasbih-Zähler auf NamazWorld direkt dafür verwenden.

Wie man eine Gewohnheit daraus macht

Drei Einstiegspunkte, die funktionieren:

Nach jedem Adhan: Der Gebetsruf endet, man spricht Salawat und dann die überlieferte Dua nach dem Adhan. Sahih Bukhari, Nr. 614, überliefert diese Praxis direkt vom Propheten.

Beim Lesen seines Namens: Immer, wenn "Muhammad" oder "der Prophet" gelesen oder gehört wird. Das schafft eine automatische Verbindung.

100 mal täglich: Einige Gelehrte empfehlen dies als reguläres Dhikr-Quantum. Es klingt viel. Wer es aber auf den Tag verteilt, merkt, dass es in natürliche Pausen fällt.

Der Lohn kommt nicht erst am Jüngsten Tag. Wer Salawat als tägliche Praxis etabliert, beschreibt dasselbe: ein anderer Zugang zum Propheten. Konkreter. Persönlicher. Als würde man jemanden tatsächlich kennenlernen.

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